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„Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege in der Stadt Düsseldorf sind dem Wohl aller Menschen im Stadtgebiet ohne Rücksicht auf Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, Glauben, religiöser oder politischer Anschauungen verpflichtet. Aus dieser Verpflichtung ergibt sich die Bereitschaft, die Arbeit der Drogenhilfe im sozialen Kontext der Stadt Düsseldorf zum Wohle der Betroffenen eigenverantwortlich und gemeinsam weiterzuführen.“ (Satzung des Düsseldorfer Drogenhilfe e. V.; 2004)
Diese in der Präambel zum Ausdruck gebrachten Motive und Absichten verwirklichen die Düsseldorfer Verbände der Freien Wohlfahrtspflege, indem sie durch die gemeinsame Trägerschaft des Düsseldorfer Drogenhilfe e. V. die Verantwortung für die Drogenhilfe in Düsseldorf übernehmen.

Gesellschaftsbild
Gesellschaften basieren in der Regel auf einer kulturellen Tradition und befriedigen die Bedürfnisse der Menschen nach Selbsterhaltung sowie Stimulation. Sie sind untrennbar mit der Vorstellung von sozialer Ordnung verknüpft, die die Stabilität der Gesellschaft in einer sich ändernden Umwelt gewährleisten soll.
Die Beziehungen der Menschen untereinander sind durch eine normative Sozialstruktur gekennzeichnet, die häufig aus einer ethisch-moralischen Vorstellung abgeleitet ist. Indem Normen zumeist akzeptiert und befolgt werden, ordnen sie die sozialen Prozesse und machen das Handeln sowie Reagieren in einem gewissen Maße vorhersehbar. Dadurch, dass sie die Komplexität im sozialen Miteinander (in der wechselseitigen Bedingung von Ermöglichung, Verstärkung und Rückkopplung) reduzieren, ermöglichen sie einerseits den Einzelnen, in der Gemeinschaft zusammen zu leben, engen andererseits die Verhaltensmöglichkeiten der Individuen jedoch auch ein.
Je wichtiger ein Wert für das gesellschaftliche Zusammenleben ist, desto größere Anstrengungen werden unternommen, seine Geltung durchzusetzen. Deshalb unterliegt die Einhaltung von Sitten und Gebräuchen, Regeln und Verboten der Kontrolle durch die Gesellschaft und wird über Belohnung wie auch Bestrafung gesteuert. Diese äußeren Bewertungen prägen den inneren Entwicklungsprozess des Individuums, dessen Verhalten nicht nur am Anderen ausgerichtet wird, sondern hierdurch überhaupt erst Sinn und Orientierung erhält.
Von einem erwachsenen Menschen wird erwartet, dass er die meisten Normen kennt und beachtet, so dass er in der Öffentlichkeit nicht unangenehm auffällt. Deshalb ist auch der zivilisierte Umgang mit Normverstößen fester Bestandteil gesellschaftlicher Regeln. Abweichungen können von bloßer Exzentrik bis hin zur Kriminalität reichen. In unserer Gesellschaft wird solches Handeln nicht nur als abweichendes Verhalten bekämpft, sondern es wird auch ein Verständnis für Ursachen, Hintergründe und soziale Probleme erwartet.

Menschenbild
Jeder Mensch ist eine in sich wertvolle Persönlichkeit. Da er grundsätzlich das Potential zu Wachstum und Entwicklung besitzt, ist er zu Veränderungen sowie Problemlösungen fähig. Er hat die Möglichkeit zu handeln, zu fühlen, zu denken, sich zu entscheiden und zu wollen.
Das Bezugssystem dieser potenziellen Fähigkeiten sind einerseits seine körperlichen und geistigen Bedingungen sowie andererseits seine Umwelt. Da jeder Mensch Systemen angehört, ist seine Handlung kontextgebunden zu sehen. Das heißt, dass seine Informationsverarbeitungs- und Wahrnehmungsprozesse sowohl intra- als auch interaktiv sind. Sie führen zu einer subjektiv interpretierten Wirklichkeit, auf deren Grundlage der Einzelne Planung und Durchführung einer Handlung bzw. deren Aufschiebung, Unterbrechung oder Unterlassung vornimmt.
Niemals sind zwei Individuen gleich. Diese Verschiedenartigkeit ist zu respektieren, indem jede Person in ihrer Art und Ausdrucksweise ernst genommen, ihre Widersprüchlichkeit geachtet und in ihrem Anderssein angenommen wird.

Leitbild
Unser Handeln beeinflusst maßgeblich unsere Wahrnehmung durch andere und das Verhältnis zu uns selber. Deshalb muss unser Leitbild mit der Praxis übereinstimmen und gelebt werden. Es ist nichts Statisches, sondern - wie wir - ständig in Bewegung. Es hat eine Vorgeschichte, aus der es entstanden ist. Wir werden neue Erkenntnisse gewinnen und neue Erfahrungen machen, diese auswerten und konkrete Zukunftsvorstellungen für das künftige Handeln aus ihnen abgeleitet. Und unser Leitbild wird sich in die eine oder andere Richtung weiterentwickeln.

Düsseldorfer Drogenhilfe …
… nimmt einen gesellschaftlichen Auftrag wahr.
Als Teil dieser Gesellschaft achten wir deren Werte, Normen und Regeln. Bei unserer Klientel fördern wir die Einsicht, dass jeder Mensch für sein Handeln und die Konsequenzen, die daraus entstehen, verantwortlich ist.
Es ist unsere Aufgabe, die für die Gesellschaft schädlichen Folgen aus riskantem Drogenkonsum bis hin zur Suchterkrankung zu minimieren bzw. abzuwenden. Solchermaßen leisten wir einen Beitrag zum sozialen Miteinander.

… respektiert die Menschen mit ihren Stärken und Schwächen.
Wir bieten Hilfen an, ohne zu moralisieren, zu bevormunden oder zu bewerten. Deshalb kümmern wir uns um diejenigen, die abstinent leben wollen oder es noch nicht genau wissen, und unterstützen auch durch Sucht begleitende Hilfen.
Wir fühlen uns den Werten verpflichtet, die den Menschen ermöglichen, selbstverantwortlich nach eigenen Vorstellungen in Würde zu leben. Dies beinhaltet, dass wir Menschen als selbstbestimmt handelnde Subjekte mit Rechten, aber auch Pflichten verstehen.
Suchtgefährdete, Drogenabhängige und deren Kontaktpersonen nehmen unsere Dienstleistungen auf freiwilliger Basis an und haben ein Recht auf Anonymität. Auskünfte erteilen wir nur mit ihrem Einverständnis, es sei denn, es liegt eine nicht anders abzuwendende Selbst- oder Fremdgefährdung vor.

… ermöglicht den Einstieg in den Ausstieg.
Wir setzen den Wunsch zur Abstinenz und Veränderung der Lebensführung nicht voraus, sondern sehen in ihm ein mögliches Ergebnis.
Durch Überlebenshilfen reduzieren wir die Risiken des Drogengebrauchs und helfen, die Phase der Abhängigkeit möglichst ohne irreversible Schäden zu überstehen.
Mit Lebenshilfen begleiten wir die Betroffenen durch die Unwägbarkeiten ihres Suchtalltags und fangen Krisen aufmerksam, kontinuierlich und konfrontativ auf.
Ohne dogmatisch auf Abstinenz zu drängen, zielen unsere Ausstiegshilfen auf eine dauerhafte Abstinenz und die gesellschaftliche (Re-)Integration.

… handelt objektiv parteilich für die Betroffenen.
Wir übernehmen in unseren beruflichen Beziehungen die sach- und tatsachenbezogene Anwaltschaft für die Betroffenen. Dabei ist objektive Parteilichkeit eine fachliche Haltung, bei der im Sinne der Betroffenen gehandelt wird, ohne die professionelle Distanz aufzugeben. Sie erhebt nicht den Anspruch, absolut richtig und vollständig werturteilsfrei, dafür aber transparent, kommunizierbar und kritisierbar zu sein.
In Anerkennung der gesellschaftlichen Ungleichheit unterstützen wir unsere Klientel in der Wahrnehmung ihrer Rechte und treten Entwicklungen entgegen, die zur Benachteiligung und Stigmatisierung führen können. Dazu holen wir die Ratsuchenden da ab, wo sie stehen, und suchen mit ihnen nach Freiräumen, damit sie ihr Leben ordnen können.

… spannt das soziale Netz der Stadt zusammen mit anderen.
In der Arbeit mit den Ratsuchenden orientieren wir uns an dem aktuellen Stand der Forschung, unseren fachlichen Erfahrungen und den Ergebnissen aus dem professionellen Austausch mit anderen.
Im Interesse einer effektiven Gestaltung des städtischen Hilfesystems stellen wir unser langjähriges Wissen zur Verfügung und arbeiten als verlässlicher Partner mit unterschiedlichen Institutionen und Berufsgruppen zusammen. Dabei respektieren wir die Vielfältigkeit ihrer Arbeitsaufträge und ihres beruflichen Handelns.
Mit den ineinandergreifenden und ergänzenden Instrumenten der Prävention, Schadenminderung, Therapie und Repression (Vier-Säulen-Modell) werden in Düsseldorf wirksame Hilfen angeboten und gleichzeitig das Bedürfnis der Bevölkerung nach mehr Sicherheit im öffentlichen Raum erfüllt.

… bietet Dienstleistungen durch kompetentes Fachpersonal an.
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über Persönlichkeits-, Sozial-, Methoden- und Handlungskompetenz.
Persönlichkeitskompetenz bedeutet für uns, über sich selbst nachzudenken, das eigene Handeln zu reflektieren, eigene Grenzen wahrzunehmen und sich weiter zu entwickeln in einem fortlaufenden, andauernden Prozess.
Mit Sozialkompetenz meinen wir, sensibel für die Bedürfnisse und Wünsche des jeweiligen Gegenübers zu sein, andere Meinungen und Werthaltungen zu respektieren, selbst als Mitglied einer Gruppe Verantwortung zu übernehmen und für die Belange der Einrichtung innen und außen einzutreten.
Methodenkompetenz beinhaltet, Fachwissen aufzubauen und erfolgreich zu nutzen, psychosoziale und andere Ansätze zu kennen und zu befolgen, über die Möglichkeit zur Methodenvielfalt zu verfügen und Visionen zu entwickeln.
Unter Handlungskompetenz verstehen wir, Arbeit systematisch und zielgerichtet zu gestalten, kritisch zu prüfen, Probleme zu erkennen und zu lösen sowie achtsam mit Geldern und sorgfältig mit Sachen umzugehen.

… ist am Wachstum orientiert.
Wir streben sowohl Bestandssicherung als auch Wachstum an und sind bereit, Widerstände zu bewältigen, Konflikte auszutragen sowie Fehler einzugestehen und zu korrigieren.
Die Grenzen der traditionellen Sozialarbeit überwinden wir, weil wir auf Entdeckungsreise gehen und offen für Ungewöhnliches sind. Indem wir uns erlauben, alles denken zu dürfen, bleiben wir erfinderisch. Im Ringen um Kompromisse reiben wir uns und wachsen daran.
Ein ehrlich gemeintes Lob hilft, die Motivation zu steigern. Aber auch Kritik und Beschwerden betrachten wir als Chance zur Weiterentwicklung und bearbeiten sie professionell.

Man gebe uns die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen,
die wir nicht ändern können,
den Mut, Dinge zu ändern, die wir ändern können
und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.
Man gebe uns Geduld mit Veränderungen,
die ihre Zeit brauchen,
und Wertschätzung für alles, was wir haben,
Toleranz gegenüber jenen mit anderen Schwierigkeiten
und die Kraft, aufzustehen und es wieder zu versuchen,
nur für heute.
nach Friedrich Christoph Oetinger (1702 - 1782)
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